POTTrait des Tages: Gerd Petermeyer

28. Juli 2010 | Von awitzel | Kategorie: Was bleibt

Pottrait des Tages: Gerd Petermeyer

Name: Gerd Petermeyer
Jahrgang: 1951, geboren in Essen
Künstlerische Betätigung: Maler
Lieblingsort im Ruhrgebiet: „Atelier im Stellwerk“ gegenüber Zeche Zollverein

Wenn Gerd Petermeyer als Kind frühmorgens mit dem Fahrrad zur Schule radelte, war er jeden Tag aufs Neue fasziniert: von der Landschaft, den Menschen, dem Ruhrgebiet, seiner Heimat. Um seine Eindrücke auch künstlerisch festzuhalten, fing er schon früh an, zu fotografieren. Tage und Nächte verbrachte er in seiner privaten Dunkelkammer. Mittlerweile stapeln sich in seinen Regalen mehr als 1.000 Alben mit Bildern aus Essen und der Umgebung.

Nach einigen Jahren erschien Petermeyer die Arbeit allerdings zu statisch, seitdem widmet er sich verstärkt der Malerei. Die Motive der Fotos dienen ihm als Vorlage, mit Ölfarbe überträgt er sie auf eine Leinwand. Im Mittelpunkt seiner Bilder stehen Menschen und Landschaften des Ruhrgebiets, vor allem aber architektonische Relikte des Reviers – alle gezeichnet in schwarz und weiß: „Für mich wirkt etwa ein stillgelegtes Stahlwerk wie eine Kathedrale und durch die Reduktion der Farben ruft das Bild viel stärkere Emotionen hervor“, erzählt er.

Nicht nur das was er zeichnet, sondern auch wo er arbeitet, spiegelt die industrielle Vergangenheit der Region wider. Petermeyer hat sein Atelier an historischer Stelle im alten Stellwerk der Zeche Zollverein eingerichtet. Wo früher die Weichen für die Arbeit der Männer unter Tage gestellt wurden, schwingt er heute den Pinsel.

Um die passenden Inspirationen zu finden, radelt er auch heute noch mit der Kamera durch seine Heimat und kommt auch Jahre später noch einmal an die Orte zurück, die er einmal abgebildet hat. So kann er den Strukturwandel besser mitverfolgen, erzählt er: „Das Historische fasziniert mich stets auf Neue, denn wir haben hier im Ruhrgbiet eine großartige Vergangenheit, die die Menschen sehr geprägt hat.“ Allerdings will Petermeyer mit seinen Bildern keine nostalgischen Erinnerungen hervorrufen, sondern dazu anregen, positiv in die Zukunft des Reviers zu schauen.

Dazu beitragen können seiner Meinung nach auch die Veranstaltungen von Ruhr 2010. Allerdings findet er auch mahnende Worte: „Dass die Besucherzahlen derzeit hoch sind, ist zwar super, aber damit das so bleibt, müssen wirklich alle hier am Ball bleiben. Ich will gerne meinen Beitrag dazu leisten.“

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Text: Jasmin Off, Fotos und Audios: Annika Witzel

Tags: , , ,

Keine Kommentare möglich.