POTTrait des Tages: Magic Lauster

29. Juli 2010 | Von joff | Kategorie: Was bleibt

Name: Detlef „Magic“ Lauster
Jahrgang: 1962, geboren in Hagen
Künstlerische Betätigung: Sänger und Produzent
Lieblingsort im Ruhrgebiet: „Seine“ Kohlenhalde in Gladbeck, von der aus er über seine Heimat Gelsenkirchen schauen kann

Eigentlich war es sein Traum, Solo-Gitarrist zu werden, nachdem er sich als kleiner Junge heimlich die Jimi Hendrix CDs seiner Schwester geschnappt hatte. Doch bevor sich Detlef „Magic“ Lauster diesem Wunsch widmen konnte, musste er sich erst einmal sieben Jahre unter Tage auf der Zeche Nordstern durchschlagen. „Ich habe es gehasst“, sagt Lauster heute. Dennoch bezeichnet er sich selbst als „auf Kohle geboren“ – und das ist in seinen Augen nichts, wofür man sich schämen sollte. Durch das Malochen unter Tage entwickelte er „einen ungeheuren Respekt vor der Arbeit der Kumpels“. Dieser Respekt fehle in der Gesellschaft, beklagt Lauster.

POTTrait des Tages: Magic Lauster

Magic Lauster wollte seinen Stolz aufs Ruhrgebiet und dessen Geschichte mit seiner Liebe zur Musik verbinden. Er lernte Gitarre spielen und gründete eine Rockband, bevor er dann endgültig den Schlager als seinen Musikstil entdeckte. Heute ist er der erste und einzige „singende Bergmann“, nimmt seine Songs im kleinen Aufnahmestudio in der Gartenlaube auf, hat unter anderem Auftritte auf Mallorca und bei Schalke 04.

Seinen Künstlernamen „Magic“ bekam Detlef Lauster durch ein Internet-Forum von seinen Fans verpasst. Er sieht sich als Schlagersänger auch ein bisschen als „Zauberer der Emotionen“, besonders bei seinen Songs, die sich ums Ruhrgebiet drehen.„Ich bin ziemlich neidisch auf die Kölner“, gibt Lauster zu, „denn die können in ihren Songs über ihre Stadt ruhig mit Klischees spielen, ohne dafür verachtet zu werden“. Das Ruhrgebiet habe diesen Weg noch vor sich, denn im Radio würden Lieder wie „Glück auf, der Steiger kommt“ oder „Wir im Revier“ einfach nicht gespielt.

Lausters Meinung nach geht auch Ruhr 2010 auf die falsche Art und Weise mit den Vorurteilen über das Ruhrgebiet um. „Die Klischees werden verleugnet, und das hat nichts mit Kultur zu tun“, kritisiert der Sänger. Bei Kultur gehe es doch darum, alte Traditionen und Geschichte weiterzugeben, mit allen Ecken und Kanten. Darum, sagt er, will er auch weiterhin Songs über sein geliebtes Ruhrgebiet schreiben und singen, denn „es kann nichts Schöneres geben, als auf der Bühne seinen Fans zuzurufen: Glück Auf!“

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Text und Fotos: Annika Witzel, Audio: Jasmin Off

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