POTTrait des Tages: Anika Beller-Kraft

1. August 2010 | Von awitzel | Kategorie: Was bleibt

ZechenkindName: Anika Beller-Kraft
Jahrgang: 1975, geboren in Dortmund
Künstlerische Betätigung: Designerin
Lieblingsort im Ruhrgebiet: Kein spezieller Lieblingsort, das Schöne am Ruhrgebiet sind die Menschen, die hier leben

Auf einem Flohmarkt in Bremen fing alles an. Als Anika Beller-Kraft dort beim Stöbern einen alten bedruckten Kaffeesack entdeckte, kam ihr die Idee, aus Recyclingmaterial Kunst zu machen. Noch während ihres Journalistik-Studiums entwickelte sie erste Ideen, arbeitete nebenher als Designerin. Parallel zum Schreiben ihrer Diplomarbeit gründete die Studentin dann eine eigene Firma unter dem Namen „Zechenkind“. Seit eineinhalb Jahren führt sie das Unternehmen hauptberuflich.

POTTrait des Tages - Zechenkind

Ihre Geschäftsidee: Handtaschen aus alter Bergmannskleidung. Die Hosen und Jacken bekommt sie aus stillgelegten Zechen oder als Spende von Privatpersonen, in Handarbeit werden daraus dann modische Begleiter. „Jede Tasche ist ein Unikat und erzählt auch immer eine Geschichte von einem Arbeiter unter Tage“, sagt Beller-Kraft. Das Erbe der Bergleute auf diese Weise zu erhalten, sei ihr ein besonderes Anliegen. Deswegen ist auch der Name der Firma ganz bewusst gewählt: „Zechen sind Symbole für das Rückwärtsgewandte, ein Kind entdeckt ständig Neues und so habe ich mich für den Namen „Zechenkind“ entschieden, um beide Assoziationen zu verbinden.”

Die anfänglichen Zweifel, ob das Produkt auch außerhalb des Ruhrgebiets auf Interesse stößt, haben sich mittlerweile zerstreut. Bestellungen kommen aus der Schweiz, Australien – „und sogar aus Bayern“. Das sei eine schöne Bestätigung für Produkte „made im Ruhrgbiet“ und zeige, dass man die kreative Szene nicht mehr länger nur in Hamburg oder Berlin finde.

Allerdings sieht die Unternehmerin in ihrer Heimat auch noch Nachholbedarf in puncto Selbstvertrauen und hofft jetzt auf Impulse durch Ruhr 2010: „Wir haben hier einen fruchtbaren Boden für Kreative, aber der Acker will auch gepflegt werden. Deswegen wäre es wirklich schön, wenn sich in der Künstlerbranche hier durch das Projekt Kulturhauptstadt nachhaltig etwas ändern würde.“

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Text und Audio: Jasmin Off
Fotos: Annika Witzel

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